Tag 2: Pårtestugan – Aktse

Langsam läufts (21 km, 677 Hm)

Neuer Tag, neues Glück. Heute starte ich schon um 8 Uhr. Ich muss die Fähre über den See Lájtávrre um 17 Uhr bekommen und habe keine Gefühl, wie lange ich für die 20 km dorthin benötigen werde. Zumal ein kleiner Pass überwunden werden muss.

Schon kurz hinter Pårtestugan beginnt der Weg anzusteigen, verlässt den Wald und es bieten sich die ersten alpinen Ausblicke. Mein Herz geht auf. Erst jetzt merke ich, wie monoton das Gehen im Wald war.

Netter Lagerplatz mit Blick auf den Tjaktjajávrre

Auf der anderen Seite geht es wieder hinunter und das Wald-Einerlei geht weiter.

Schon um 14 Uhr stehe ich am Ufer des Lájtávrre. Ich treffe auf eine kleine Gruppe von Schweden, die vergeblich versucht haben, den See mit dem Ruderboot zu überqueren. Es bläst immer noch der Föhnwind und außerhalb der geschützten Bucht ist das Wasser viel zu kappelig.

Hier sehe ich auch zum ersten Mal den Skierffe, den grandiosen Aussichtsberg über den Rapadalen. Er ist eigentlich der Grund, weshalb ich meine Tour so geplant habe: Das Rapadalen (ein Tal) gilt als eines der absoluten Highlights des Sarek. Wenn alles klappt, werde ich morgen früh dort hoch gehen und dann aber nicht mehr zurück zum Kungsleden kehren, sondern in den Sarek abbiegen.

Wir hissen die Fahne als Zeichen, dass wir mit dem Motorboot von Aktse abgeholt werden wollen. Aber es tut sich nichts und wir schlagen die Zeit tot mit Uno spielen und Unterhaltungen. Ich denke mir, dass es die letzte Unterhaltung für die nächsten paar Tage sein könnte.

Dann gegen 17 Uhr taucht endlich das Motorboot auf. Da wir inzwischen schon über 10 Wanderer sind, wird noch ein zweites Boot angefordert und gegen 17:30 Uhr beginnt auch meine Überfahrt.

In der Mitte des Sees geht es hoch her, die Wellen spritzen ins Boot und halb nass kommen wir in Aktse an, nur um dort von Moskitos verspeist zu werden. Es ist so ungemütlich, dass ich mich gleich von meinen neuen Bekanntschaften verabschiede und mir ca. 100m höher ein Nachtlager suche.

Im Zelt brüte ich dann über mein Planungsproblem vom Vorabend weiter und mir kommt eine Idee: Wenn es mir gelingt in 4 Tagen nach Skarja zu gehen, das ist der entfernteste Punkt im Sarek, dann blieben mir 5 Tage für den Rückweg, der auch noch kürzer ist. Dafür muss ich allerdings 3 Tagesetappen in 2 Tagen schaffen. Sollte ich nicht rechtzeitig bis Skarja kommen, kann ich jederzeit umdrehen und den gleichen Weg einfach wieder zurückgehen. Das fühlt sich gut an…

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