Fazit

Für mich eine absolute Traumtour, nicht zuletzt, weil ich in der zweiten Hälfte auch richtig gutes Wetter hatte. Bei mehreren Tagen Regen, kann die Tour auch sehr zäh bis unmöglich werden. Im Sarek ist Improvisationstalent gefragt. Ich habe ständig mit verschiedenen Tourenvarianten jongliert. Dass meine grobe und „naive“ Originalplanung funktioniert hat, lag in meiner Energieleistung an Tag 3 und 4 und viel Wetterglück begründet.

Karte

Strecke

TagStartZielkmHmBruttoNetto
1KvikkjokkPårtestugan164205:003:57
2PårtestuganAktse216775:455:05
3AktseSee vor Skårgistugan29141711:408:24
4See vor Skårgistugan Algganjalmme2798510:487:45
5AlgganjalmmeNiejdariehpvagge176117:014:35
6NiejdariehpvaggeGaskasvagge229309:077:00
7Gaskasvagge Pårek184465:554:20
8Pårek Kvikkjokk 222176:164:38
1725703

Planung

Normale Tagesetappen sollten im Sarek nicht mehr als 15-20 km lang sein. Der Führer gibt aber sehr gute Hinweise bzw. Vorschläge für Tagesetappen. Mein Tag 3 und 4 haben mich viel Energie gekostet und sollten nur als Notlösung angesehen werden.

Schwierigkeiten

Die größte Schwierigkeit stellt für mich das Furten dar. Die 3 Brücken im Sarek stehen da, weil dort das Furten völlig unmöglich ist. Die Verhältnisse hängen stark vom Wetter und Tageszeit ab. Bei Regen und nachmittags/abends kann es auch schwierig werden. Und Umkehren geht halt oft auch nicht, da Zeit und Proviant begrenzt sind.

Das Gelände selbst ist eher unkritisch, sofern man im Tal bleibt. Es gibt keine oder nur sehr wenige absturzgefährdete Stellen. Jede Bergtour in den Alpen ist anspruchsvoller. Allerdings gibt es in den Alpen markierte und gepflegte Wege. Im Sarek kann man sich auf keinen Weg verlassen, auch wenn der in der topographischen Karte eingezeichnet ist. Man sollte Freude daran haben, sich einen Weg selbst zu suchen. Weidengestrüpp kann einen den Tag vermiesen…

Ich habe keine vernünftige Wettervorhersage für den Sarek gefunden. wetteronline.de für Kvikkjokk hat so grob gepasst oder zumindest Anhaltspunkte für das Wetter gegeben.

Ausrüstung

Meine UL-Ausrüstung war völlig ausreichend. Mir ist rätselhaft wie man auf 20-25 kg Rucksackgewicht kommen kann. Mein Basisgewicht war 7,5 kg plus ca. 5 kg Verpflegung. Im Nachhinein hätte ich vielleicht für tagsüber mehr Verpflegung mitgenommen. Morgens gab es Müsli, abends Trekking Tüten Mahlzeiten, tagsüber Schokolade, Nüsse und getrocknete Früchte.

Mit meinem Zelt Hilleberg Enan und Western Mountaineering UltraLite Daunenschlafsack hatten ich sicher auch nicht die allerleichtesten Teile dabei, allerdings mit genügend Sicherheitsreserve für den Sarek. Und Trailrunner würde ich auch nicht empfehlen, es braucht schon mind. Trekkingstiefel, damit man nicht bei jeder Pfütze gleich nasse Füsse bekommt. Andernfalls hat man 9 Tage lang nasse Füsse, im Sarek ist es wirklich unglaublich feucht…

Wasserfilter kann man sich sparen. Das Wasser ist megasauber und auch alle paar Meter zu finden. Ich habe praktisch kein Wasser getragen (aber trotzdem einen 2l Sack dabei, um nicht ständig aus dem Zelt kriechen zu müssen).

Die Mitnahme eines Satellitentrackers z.B. Garmin inReach mini ist dringend empfohlen.

https://lighterpack.com/r/a7jjf8

Orientierung

Mit der topografischen Karte auf dem Handy:

https://www.topo-gps.com/de/

Zusätzlich hatte ich diese Landkarte und Führer dabei:

Die Mitnahme ist für mich ein Muss auch für UL Trekker! Die Karte bringt den Überblick, der Führer enthält viele Hinweise auf gefährliche Stellen, Furten und geeignete Lagerplätze. Man kann sich unmöglich alles merken. Und man muss in der Lage sein vor Ort umzuplanen. Ich habe eigentlich jeden Abend im Zelt die Hinweise für den nächsten Tag gelesen.

Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass mein iPhone im Flugmodus tagsüber deutlich weniger verbraucht als wenn ich es ständig ein- und ausgeschalten habe. Dann kann man auch jederzeit auf die Karte schauen oder Fotos machen. Das 13.000 mAh Akkupack hat locker gereicht.

Kompass war dabei, wurde aber nicht benutzt.

Wildnisfaktor

Wildnis ist der falsche Begriff für den Sarek. Ich habe jeden Tag Menschen getroffen oder aus der Ferne gesehen, oft nur ein oder zwei Begegnungen pro Tag, manchmal auch mehr, besonders zwischen Pårtestugan und Skarja. Es gibt immer wieder Pfade, die sich aber auch oft wieder verlaufen. Letztlich muss man seinen Weg selbst suchen können und Orientierungssinn ist gefragt. Das Gelände (Wald, Weidengestrüpp, sumpfige Wiesen) kann ein Vorankommen sehr erschweren, manchmal schafft man nur 1-2 km/h.

Man trifft manchmal auf Lagerplätze mit Feuerstellen oder niedergedrücktem Gras, besonders in niederen Regionen. Rentiere kann man aus nächster Nähe betrachten. Es gibt keinen Handyempfang außer am Skierfe und teilweise in Aktse. Es gibt aber auch Stellen, wo man wirklich alleine sein kann, z.B. im Gaskasvagge oder unteren Sarvesvagge. Es gibt keine Hütten oder Übernachtungsmöglichkeiten. Die vorhandenen Hütten sind alle verschlossen. Man sollte sich klar sein, dass man die Tour eben nicht einfach abbrechen kann, sondern es bis zu 3 Tage dauert, bis man wieder in der Zivilisation ankommt.

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