Auf heiligem Boden

Dieser Sonntag hat meine Einstellung zum Rennen in Roth komplett verändert. Ich habe nun eine ungefähre Vorstellung von dem, was mich da erwartet, und ich weiß nun, es wird hart, verdammt hart. Ich muss mir das Rennen sehr gut einteilen und meine Ambitionen auf dem Rad herunterschrauben, sonst wird er Marathon zur Qual. Doch der Reihe nach…

Ich bin platt, aber glücklich die harte PEAK-Woche hinter mir zu haben. Ich habe die Umfänge meines Trainingsplan voll erfüllt (15h), die Intensität konnte ich aber oft nicht mehr aufrechterhalten. So hatte ich die ganze Woche nur sehr niedrige Pulswerte um 130, für mich Zeichen eines erhöhten Erschöpfungszustandes. Ab jetzt steht die Regeneration im Vordergrund, auch wenn am Donnerstag noch ein Koppeleinheit in entschärfter Form mit 3h Rad und 0:45h Laufen zu absolvieren ist.

Gestern war ich dann in Hiltpoltsein, um die Radstrecke in Roth abzufahren und zwar die kompletten 2 Runden über insgesamt 170 km in Wettkampftempo (die letzten 10 km zur Wechselzone in Roth habe ich mir gespart). Letztlich wurde es nur ein Schnitt von 30,6. OK, ich war müde, es war sehr windig, aber trotzdem… ich habe nun einen Riesenrespekt vor dieser Strecke, viele, viele Hügel und sehr windanfällig!! Mir ist es rätselhaft wie ein Mensch (Andreas Raelert) diese Strecke mit einem 42er Schnitt fahren kann.

Der Solarer Berg ohne Zuschauer

Ich musste in Hilpoltstein parken, da die Zufahrt zum Schwimmstart wegen des Rothsee-Triathlons gesperrt war. So kam ich zum Vergnügen gleich den Solarer Berg hochzufahren, kein besonders langer oder schwerer Berg. Euphorisiert fuhr ich los, passierte nach ein paar Kilometern den Main-Donau-Kanal mit dem Schwimmstart, freundliche Helfer des Rothsee-Triathlons erklären mir die Weiterfahrt am Rothsee und alles lief wie von selbst.

Der Schwimmstart und Wechselzone 1

Die Hügel kam ich locker hoch, auf den Abfahrten nahm ich flott Tempo auf, mein erster Eindruck: eine sehr schnelle Strecke. Nach dem Selingstädter Berg folgt eine längeres Flachstück nach Greding. Hier hatte ich Rückenwind, war ständig über 40 km/h schnell und es lief richtig rund. Am Kalvarienberg in Greding wurde es zum ersten Mal anstrengend. Nicht dass der Berg besonders steil wäre, das ist er nur ein kurzes Stück am Anfang, aber wenn man glaubt schon oben zu sein, folgen noch 5 weitere endlose Aufschwünge und oben auf dem Hochplateau ist man voll dem Wind ausgesetzt, der immer von vorne zu kommen scheint.

Die Strecke ist mit den roten Challenge-Schildern meist gut markiert

Das Stück zurück nach Hilpoltstein zog sich dann ewig, ich verfuhr mich zweimal, weil ich das rote Schild der Challenge nicht fand und meine Beine wurden mit jedem Hügel schwerer (Ja, Arne, am Hügel hinter Weinsberg hatte ich besonders schlechte Beine). Achtung: In Eysölden habe ich kein Schild gesehen und den Weg erst bei einem Blick auf die Karte in der 2. Runde finden können (In der Rechtskurve links abzweigen, wenn man in Pyras steht, hat man die Abzweigung verpasst). Dazu ständiger Gegenwind. Am Ende der ersten Runde war meine Moral und Stimmung dann auch am Tiefpunkt. Am Auto tauschte ich kurz die Trinkflaschen und wieder ging es den Solarer Berg hoch, nur war der diesmal vieeeeel anstrengender als beim ersten Mal. Das Gute war, dass ich mich auf dem Flachstück nach Greding mit Rückenwind wieder etwas fangen konnte, und die 2. Runde dann zum Ende wieder recht gut lief, zumal ich nun wusste, was mich erwartet. Motiviert haben mich zwei andere Testfahrer, die mich an einem der letzten Hügel überholten, und an denen ich die triathlonszene.de Hügelstrategie mit Erfolg ausprobieren konnte 🙂

Danach standen noch 20 min Koppellauf auf dem Programm. Alleine das Loslaufen kostete mich schon viel Überwindung, aber der Gedanke noch einen Marathon laufen zu müssen, war unvorstellbar! Ich hoffe einfach auf das Tapering, die Zuschauer und mein Wettkampfadrenalin…

Dementsprechend habe ich auch meine Ambitionen hinsichtlich Sub 11 ad acta gelegt. Wenn ich eine gute Zeit schaffe, wäre es ein Riesenerfolg, aber mein vorrangiges Ziel wird es sein, Spaß zu haben und den Tag zu genießen. Wozu trainiere ich seit 8 Monaten? Bestimmt nicht um mich wegen ein paar Minuten zu quälen. Deswegen gibt es auch einen neuen Zeitplan: Durchgangszeiten. Ist aber eine reine Orientierungshilfe für meinen Fanclub und nicht für mich gedacht…

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